Einladung

Einladung zur Aktionskonferenz gegen Tierproduktion

12. – 14.07.2019, Hannover

Bündnis schaffen für eine große Mobilisierung für Proteste gegen Tierproduktion in 2020

Anknüpfend an die von Animal Climate Action (AniCA) mitorganisierten Climate & Justice Games (www.climate-and-justice.games) zur EuroTier in Hannover möchten wir gemeinsam mit anderen Akteur*innen intersektionelle antikapitalistische Kämpfe gegen die Tierindustrie fortsetzen.

In den letzten Jahren formierte sich ein breiter Widerstand getragen von vielen Akteur*innen. Umweltschutz- und Naturschutzverbände klagen immer wieder erfolgreich zusammen mit Anwohner*innen und Bürgerinitiativen gegen geplante Neu- und Ausbauten von Tierfabriken. Jährlich demonstrieren Zehntausende in Berlin für eine Agrarwende, in der es sowohl den Produzent*innen als auch den Tieren und der Natur besser geht. Tierrechtler*innen dokumentieren und veröffentlichen in regelmäßigen Abständen die unerträglichen Verhältnisse, unter denen die Tiere in ihren Fabriken zu leben gezwungen sind. Tierbefreiungsaktivist*innen blockieren zusammen mit Aktivist*innen der Klimagerechtigkeitsbewegung die Tore der Schlachthäuser und Futtermittelwerke und führen Kampagnen gegen einzelne Anlagen durch. Gewerkschaften und Beratungsstellen kämpfen für die Interessen der Arbeiter*innen in den Schlachthöfen und schmälern somit die Profite ihrer Bosse. In anderen Teilen der Welt kämpfen Bäuer*innen und Indigene gegen ihre Verdrängung durch westliche Konzerne. Netzwerke von Landwirt*innen wie die solidarische Landwirtschaft und das bio-vegane Netzwerk arbeiten schon jetzt an solidarischen und ökologischen Alternativen.

Dieser Widerstand ist mehr als begrüßenswert und doch sind wir der Überzeugung, dass das nicht ausreicht. Um diese mächtige Industrie zu schlagen, müssen wir koordinierter und strategischer vorgehen. Wir alle konnten in den letzten Jahren viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Jetzt möchten wir mit euch in einen Austausch treten und gemeinsame Aktionsformen entwickeln, mit denen wir die Tierindustrie empfindlich treffen können.

Es ist uns bewusst, dass wir in einigen Fragen – insbesondere was die komplette Abschaffung der Tierproduktion betrifft – nicht alle einer Meinung sind. Wir denken aber auch, dass wir mehr gemeinsame als unterschiedliche Interessen haben und dass es möglich sein wird, einen Großteil des Weges gemeinsam zu gehen. Anstelle wie bisher getrennt voneinander oder sogar in gegenseitiger Ablehnung zueinander zu agieren, sollten wir uns auf unsere gemeinsamen Gegner konzentrieren.

Aktionskonferenz

Wir wollen uns in diesem Jahr mit anderen Akteur*innen beratschlagen, um für das nächste Jahr – 2020 – eine große Mobilisierung für politische Aktionen gegen Tierproduktion zu planen. Die Aktionskonferenz wird damit keine Konferenz, die vordergründig der inhaltlichen Diskussion dient, auch kein reines Get-together von Aktivist*innen – sondern verfolgt das klare Ziel, ein Aktionsbündnis zu schaffen.

Da wir zu einer andauernden Eskalation beitragen wollen, zielt die Aktionskonferenz auf eine Aktion im nächsten Jahr, 2020. Mit der notwendigen Vorlaufzeit wollen wir ein fundiertes Bündnis aufstellen und sowohl nötige inhaltliche Diskussionen führen als auch eine breite Mobilisierung ermöglichen.

Mit dem Fokus auf 2020 ist die Aktionskonferenz auch Teil der Klimagerechtigkeitskampagne „By 2020 We Rise Up“: ein Aufruf zu massenhaftem zivilen Ungehorsam für Klimagerechtigkeit quer durch Europa.

Intersektionell

Unsere Einladung gilt Initiativen und Einzelpersonen, die ein Interesse daran haben, sich der Tierproduktion in den Weg zu stellen. Wir möchten Bürgerinitiativen, Aktivist*innen der Klimagerechtigkeitsbewegung, der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung, Gewerkschaften und landwirtschaftspolitische Zusammenschlüsse einladen, mit uns gemeinsam die Tierproduktion empfindlich zu stören.

Wir zielen auf eine Aktion gegen Tierproduktion aus verschiedenen Gründen, auf die wir uns gemeinsam einigen. Über diesen gemeinsamen Nenner hinaus können die einzelnen Gruppen weiterreichende Positionen eigenständig formulieren.

Aktionsform

Im Widerstand gegen Tierproduktion kam es bereits zur Anwendung vieler Aktionsformen. Wir haben uns für 2020 vorgenommen, weiter an der Eskalationsschraube zu drehen. Anstatt an die Regierung und an das individuelle Konsumverhalten der Menschen zu appellieren, wollen wir dahingehen, wo es der Tierindustrie am meisten wehtut. Wir wollen ihr Geschäft empfindlich und nachhaltig treffen. Wir wollen ihr Image ruinieren. Wir wollen uns ermächtigen und gemeinsam für eine solidarische und ökologische Gesellschaft kämpfen.

Ob Massenaktion oder Aktionstage; ob Sitzblockaden von Futtermittelhäfen, kreativer Protest gegen die EuroTier, Besetzungen von Lobbyzentralen oder Störungen von Schlachtanlagen oder Molkereien – das wollen wir uns gemeinsam mit euch im Rahmen einer Aktionskonferenz überlegen!

Wir wollen Schwung aufnehmen! Wir wollen uns verbünden! Wir wollen Tierproduktion direkt empfindlich treffen! Kommt zu unserer Aktionskonferenz und plant mit uns eine große Aktion im Jahr 2020!